Prinzipien

 
 
 

Die Geschichte der Adipositaschirurgie währt inzwischen einige Jahrzehnte und hat zahlreiche Veränderungen erfahren. Die heute angewandten Operationsmethoden sind teilweise fest etabliert, teilweise werden sie noch in Langzeitstudien auf ihre Wirksamkeit untersucht. Die Übergewichtschirurgie hat besonders nach Einführung der minimal-invasiven (laparoskopischen) Technik eine rasante Entwicklung genommen und muss heute nicht mehr der Nachweis der Wirksamkeit erbringen. Weltweit werden jährlich über 300`000 bariatrische Operationen durchgeführt, die Tendenz ist weiterhin steigend.

Es werden grundsätzlich zwei verschiedene Prinzipien in der Adipositaschirurgie unterschieden. Bei den restriktiven Eingriffen wird die Nahrungszufuhr eingeschränkt. Neben dem Magenband (Gastric Banding) ist hier die vertikale Gastroplastik (VBG) zu nennen. Durch die kleinere Nahrungsmenge und die damit verbundene verminderte Kalorienzufuhr wird eine Gewichtsreduktion erreicht, die jedoch weniger ausgeprägt ist als bei den malabsorptiven Operationen wie dem Magenbypass (Roux-Y-Gastric-Bypass), der bilio-pankreatischen Diversion (BPD) und der bilio-pankreatischen Diversion mit Duodenal Switch (BPD-DS). Diese haben neben einer restriktiven Komponente eine verminderte Resorption  der Nährstoffe zur Folge und beeinflussen durch hormonelle Veränderungen sehr wesentlich den Stoffwechsel des Organismus.

Aus dieser Tatsache heraus entwickelte sich in den letzten Jahren der Begriff der „metabolischen Chirurgie“. Er bezeichnet die operative Behandlung des Diabetes mellitus Typ II (Zuckerkrankheit) sowie anderer schwerwiegender Stoffwechselstörungen. Neben der rein chirurgischen Therapie der Adipositas rückt diese Komponente zu Recht immer mehr in den Vordergrund. Findet eine Remission (syn. Nachlassen von Krankheitssymptomen) des Diabetes mellitus Typ II nach einer Magenbandoperation langsam, parallel zum Gewichtsverlust, statt, tritt sie nach malabsorptiven Interventionen wie dem Magenbypass bereits in den ersten Tagen und Wochen nach dem Eingriff auf. In Studien konnte nachgewiesen werden das bei rund 80% der mit einem Magenbypass Operierten das das Spitzen von Insulin, bzw. die Einnahme von Antidiabetika (syn. Zuckertabletten) eingestellt werden kann. Damit ist der Magenbypass im Vergleich zu allen anderen Behandlungen wesentlich erfolgreicher.

In der Schweiz wurde am 01.01.2011 der für eine operative Massnahme notwendige BMI von 40kg/m² auf 30kg/m² gesenkt. Dies spiegelt die Erkenntnis wieder das eine Operation, je früher sie erfolgt umso sicherer die Folgeschäden des Übergewichts verhindern und die Lebenserwartung erhöhen kann.